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AWO Sprachheilzentrum Bad Salzdetfurth

So ging es weiter: Kindeswohl in Bad Salzdetfurth

4 Kommentare

Von der Kinderheilanstalt zum
AWO Sprachheilzentrum in Bad Salzdetfurth – 2. Teil

Die in der „Kinderheilanstalt“ betreuten Kinder kamen fast aus dem gleichen Einzugsbereich wie die unseres heutigen Sprachheilzentrums: Von Goslar bis Walsrode wurden Kinder im Alter zwischen 2 bis 15 Jahren aufgenommen, die jeweils vier Wochen in Salzdetfurth verbrachten. Geleitet wurde die Einrichtung von Diakonissen des Henriettenstifts.

Schnell wuchsen Bedarf und Kinderzahlen, so dass bereits 1882 der Grundstein für ein eigenes „Anstaltsgebäude“ (später nach der ersten Leiterin „Hildurheim“ genannt) am Fuß des Burgbergs gelegt wurde, welches zwei Jahre später bezogen werden konnte. Dieses Gebäude bot 80 Kindern gleichzeitig Platz und verfügte über ein eigenes Badehaus.

Hildurheim

Wie bescheiden damals gewirtschaftet werden musste, vermittelt sehr gut der Spendenaufruf von Pastor Hölty im Namen der Kinderheilanstalt im „Hildesheimer Kurier“:

„Das neue Haus der Kinderheilanstalt in Salzdetfurth steht jetzt fertig da und wartet mit seinen schönen, luftigen Räumen der kranken Kinderschar, die mit Eröffnung der diesjährigen Kurzeit im Mai einziehen soll. Die Räume reichen aus, aber sie stehen noch kahl und fast leer da; denn das bislang vorhandene Inventar verschwindet fast in dem neuen großen Hause. Woher nehmen wir die notwendigen Sachen, um die Zimmer wohnlich einzurichten? …. Wer hat für unsere Anstalt ein entbehrliches Stück Hausgerät stehen und will es uns schenken? Es fehlen namentlich noch Tische, Stühle, Kommoden, Schränke, Bettstellen, Waschtische usw., auch haben wir noch kein Sofa und keine Hausuhr. Besonders erwünscht sind Fahrstühle für kranke Kinder.“

Knabenschlafsaal

Bereits 1899 musste das Haus erweitert werden, so dass bis zu 800 Kinder in Laufe eines Sommers aufgenommen und behandelt werden konnten, nach 1902 wurden auch Winterkuren durchgeführt, so dass die Anstalt das ganze Jahr hindurch geöffnet war.

– Fortsetzung folgt –

Quellen:
de.wikipedia.org
„Geschichte der Kinderheilanstalt Bad Salzdetfurth“, Wilhelm Hartmann, 1954
„Bad Salzdetfurth – Salzstadt mit Tradition“, Regina Mundel, 1999

(as/hg)

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Autor: AWO Sprachheilzentrum

Eine Einrichtung der AWO Kinder, Jugend & Familie Weser-Ems GmbH in Oldenburg

4 Kommentare zu “So ging es weiter: Kindeswohl in Bad Salzdetfurth

  1. Hallo, Ich war 1962 im November und Dezember im Hildurheim. Leider fehlt mir hierzu jegliche Verbindung. Gibt es
    ein Tagebuch mit den Namen der Kinder oder der Betreuer die zu dieser Zeit in der Kur waren. Besteht ein Archiv um herauszufinden warum ich dort war. Meine Eltern und Verwandten sind tot, habe also keine Moeglichkeit auf dem normalen Weg etwas ueber meine Vergangenheit zu erfahren. Besten Dank im Voraus. Olaf Hess

    • Hallo Herr Hess, der größte Teil der damaligen Anlage (Hildurheim, Waldhaus usw.) ist nach unserem Kenntnisstand in den Jahren 1974 – 1975 abgerissen worden. Leider wissen wir nicht, was mit den Unterlagen geschah. Ein Archiv haben wir nicht. Es könnte höchstens sein, dass etwas bei der Stadt Bad Salzdetfurth oder im Stadtarchiv in Hildesheim zu finden wäre. Vielleicht ergeben sich über diesen Blog noch Möglichkeiten, weitere Informationen zu erhalten. Freundliche Grüße vom Team des AWO-Sprachheilzentrums

    • Hallo Herr Hess. Ich war ebenfalls im Hildurheim ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wie Sie. Ich war 3 Monate dort und wurde der „Lachkönig“ genannt 🙂 So weit ich es beurteilen kann, waren die Kinder aus sehr verschiedenen Gründen dort. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Bäder in den Holztrögen im Keller, an die Spaziergänge im Wald und an das Krippenspiel, das im Dezember geübt wurde. Ansonsten stehen die Nonnen am stärksten in meiner Erinnerung.

      Mit freundlichem Gruss
      B. Müller

  2. Ich habe 1958 sechs Wochen im Hildurheim verbracht. Nach einer schweren Masernerkrankung mit nachfolgender Lungenentzündung war ich sehr geschwächt. Ich erinnere mich noch gut an den großen Speisesaal und den Schlafsaal. Das Schönste waren für mich die Solebäder in der Holzwanne. Die Seele des Hauses und dessen Leiterin war Schwester Maria, eine liebe gütige Diakonisse. Als ich einmal vor Heimweh nicht schlafen konnte, schlich ich mich aus dem Schlafsaal in ihr Büro. Sie nahm das weinende Kind auf den Schoß und dann durfte ich meine Mutter in Berlin anrufen. Das habe ich nie vergessen und ihr viele Jahre lang zu Weihnachten geschrieben.
    Ich habe leider nichts über die 50 er Jahre des Hildurheims gefunden, würde gerne etwas lesen aus dieser Zeit.
    E. Feldhege

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