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AWO Sprachheilzentrum Bad Salzdetfurth

Kindeswohl in Bad Salzdetfurth – 3. Teil

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Kinderheilanstalten in Bad Salzdetfurth:
Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts

Postkarte Bad Salzdetfurth Postkarte Hildurheim

Wir waren im Jahr 1902 stehengeblieben. Das Hildurheim hieß noch nicht Hildurheim, sondern einfach Kinderheilanstalt und musste bereits 1899 erweitert werden, gerade mal 15 Jahre nach dem Bau.
Hildurheim

Die schon damals übliche penible Buchführung ermöglicht es uns, ziemlich genaue Einblicke in den Betrieb der Heilanstalt zu nehmen: So wurden im Jahr 1906 787 Kinder aufgenommen, davon 739 evangelisch, 45 katholisch und 3 israelitisch (also jüdisch). Die Kinder blieben einen Monat, die Eltern mussten für die Badekuren ihrer Kinder  45 Mark, im Ferienmonat Juli 90 Mark bezahlen.

Esssaal im Hildurheim

Für mittellose Familien wurden 32 Freiplätze quasi „gesponsert“ (auch wenn das Wort natürlich noch nicht gab). 12 davon wurden von der Hildesheimer Landschaft (quasi dem Vorläufer vom Landkreis Hildesheim) finanziert, 8 von der Gräfin von Schwicheldt, 6 vom Henriettenstft in Hannover, 1 vom Magistrat in Hannover, 1 vom Töchterpensionat des Fräulein von Hern und eine Stelle wurde gestiftet von der Leiterin der Kinderheilanstalt, Schwester Hildur selbst – eine großzügige Geste auch damals schon.

Den Arbeitsalltag der Diakonissen und ihrer Gehilfinnen, die die Kinder betreuten und pflegten, beschreibt am besten dieser Ausschnitt eines Jahresberichtes:

Schwestern Hildurheim

 …. sie sind die eigentlichen Arbeiterinnen der Anstalt. Jedem Schlafzimmer ist eine Gehilfin zugeteilt. Nie sind die Kinder ohne Aufsicht. …… Des Morgens wird gebadet, nach dem Bad und Frühstück wird gesungen und gespielt, nach dem Mittagessen geschlafen; um 3 Uhr wird alles, was gehen kann, nach Möglichkeit hinausgeführt. Um 7 Uhr geht’s in der Regel zu Bett. Die Pflegerinnen haben oft kaum ein halbes Stündchen für sich, denn abends, wenn die Kinder schlafen, gibt’s Zeug zu flicken und Schuhknöpfe anzunähen.

Die Kinderheilanstalt, das spätere Hildurheim, wurde immer wieder erweitert. Von Isolierzimmer über Spielsaal, Badehaus und eines neuen Haupthauses reichten die An- und Umbauten, sodass bis zu 800 Kinder im Laufe eines Sommers behandelt werden konnten. Ab dem Herbst 1902 wurde das Haus das Jahr hindurch geöffnet – auch Winterkuren waren nun möglich

–   Fortsetzung folgt –

Diese Chronik wurde nur dank alter Bilder, Unterlagen und Bücher möglich. Und wir suchen immer noch! Falls Sie uns dabei helfen könnten, würden wir uns sehr freuen.

Waldansicht Hildurheim

(as/hg)

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Autor: AWO Sprachheilzentrum

Eine Einrichtung der AWO Kinder, Jugend & Familie Weser-Ems GmbH in Oldenburg

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