Sprachförderung im Alltag

Teil 2: Den Wortschatz fördern

Zunächst machen wir einen kleinen gedanklichen Ausflug dorthin, wo alle sprachlichen Informationen bereitgestellt und gespeichert werden: In unser Gehirn.

Das Gehirn hat für jede Aufgabe eigene Bereiche, die sogenannten Hirnareale. Diese sind miteinander verknüpft. So rufen bestimmte Eindrücke mitunter Erinnerungen hervor: Der Duft von leckerem Essen im Hausflur lässt uns manchmal schon erkennen, das Spaghetti Bolognese auf dem Herd stehen. Der Geruch des Essens ist mit dem Essen selbst verknüpft.

So müssen Sie sich auch die Sache mit dem Wortschatz vorstellen: Die abgespeicherten Wörter sind mit dem konkreten Gegenstand verknüpft. Wenn Sie das Wort „Teller“ lesen, haben Sie im Kopf, wie einer aussieht, sich anfühlt, vielleicht auch, wie schwer er ist und wofür man ihn braucht. Dieses Abbild des Gegenstands in Ihrem Kopf nennen wir fachsprachlich „Repräsentation“ des Begriffs.

Bei der Förderung des Wortschatzes geht es genau darum, diese Repräsentationen aufzubauen. Das gelingt durch häufige Wiederholung der korrekten Zuordnung von Begriff und Gegenstand. Stellen Sie sich vor, Sie räumen mit dem Kind den Geschirrspüler aus. „Stell bitte den Teller in den Schrank. Wo sind die anderen Teller? Genau. Wie viele Teller sind denn da? Hier habe ich noch einen Teller.“ Sie merken, wie oft Sie den Begriff „Teller“ verwenden können. So haben Sie häufige Wiederholungen, die das Kind hört. Den Abruf gestalten Sie, indem Sie z.B. fragen: „Was nimmst du als nächstes?“

Dabei können Sie die Verknüpfungen im Gehirn nutzen: Wir speichern Begriffe in sogenannten „semantischen Feldern“. Im semantischen Feld „Geschirr“ befinden sich z.B. bei dem Teller auch Tassen, Untertassen, Becher und Gläser.

Das gelingt Ihnen aber nicht nur in der Küche: Den Kleiderschrank einräumen ist genauso ein gutes Übungsfeld für Alltagsbegriffe. Und auch beim Spielen mit Lego oder Playmobil haben Sie  vielfältige Möglichkeiten: Seien Sie kreativ! Welche Gegenstände braucht die Lego-Familie, um in den Urlaub zu fahren? Wie heißen die Werkzeuge der Feuerwehr? Was braucht eigentlich ein Ritter?

In diesem Sinne: Viel Spaß!

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