Ein Zoobesuch der anderen Art

Ein Zoobesuch der anderen Art
Ein Zoospiel für den Sachunterricht in der Burgbergschule.

Gerade in der jetzigen Zeit ist es manchmal schwer oder sogar unmöglich zusammen in den Zoo zu gehen. Also warum nicht Zoo spielen.

Wir nehmen ein großes Blatt Papier und malen oder tuschen es komplett voll mit großen bunten Flecken. Das werden später unsere Gehege.

Danach malen wir einen Rundweg mit Haltepunkten auf.

Natürlich dürfen die Tiere nicht fehlen. Jeder kann für sich selber entscheiden, welche Tiere in seinem Zoo leben sollen.

Die passenden Bilder werden rausgesucht, ausgeschnitten und aufgeklebt oder einfach aufgemalt, wenn keine gedruckten Bilder zu Verfügung stehen. Jetzt brauchen wir noch Spielsteine und einen Würfel und schon kann es losgehen.

Jeder würfelt der Reihe nach. Kommt man direkt auf ein Tierfeld muss man Fragen beantworten: z.B.

  1. Wie heißt das Tier? Wo wohnt das Tier?
  2. Wie groß ist das Tier? Wie sieht das Tier aus?
  3. Was frisst das Tier? …

Wer die Fragen richtig beantwortet braucht nicht nochmal würfeln.

Denn Ziel dieses Spiel ist es: So viel Zeit, wie möglich im Zoo zu verbringen und sich dementsprechend alles genau anzusehen.

Und das geht ja nicht schnell schnell :).

Natürlich kann man das Spiel auch als normales Würfelspiel nutzen. Viel Spaß!

Sprachförderung im Alltag – Teil 3

Teil 3: Erzählkontexte entwickeln

Damit die Erwachsenen verstehen, was die Kinder meinen, ist nicht nur eine gute Aussprache, eine korrekte Grammatik oder ein gut gefüllter Wortschatz nötig. Oft beobachten wir in der Sprachtherapie, dass Kinder Schwierigkeiten haben, ihre Erzählungen nachvollziehbar zu gestalten.

Es kommt vor, dass die Kinder beim Erzählen bestimmte Informationen als bekannt voraussetzen (Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen ist, aber ich kenne jedenfalls nicht alle Spezialfähigkeiten der Pokémon!). Oder sie fangen in der Mitte des Geschehens an zu erzählen, als ob man bei einem Film mittendrin hineinzappt. Dadurch fehlen wichtige Informationen aus dem Vorfeld.

So entstehen Erzählungen, die inhaltlich für uns Erwachsene nur schwer nachvollziehbar sind. Einige fachlich basierte Ansätze zur Förderung lassen sich auf den Alltag gut umstellen.

Schaffen Sie einen Kontext für ein gemeinsames Spiel. „Wir spielen Markt. Was brauchen wir alles dafür?“ Regen Sie an, sich über die Gegenstände auszutauschen (Was ist das? Wie schmeckt das? Ist es Obst oder Gemüse?). Sprechen Sie darüber, wie ein Marktstand aussieht. Darüber, wie die Situation „Einkaufen auf dem Markt“ funktioniert: Was machen wir dort? Wie verhält man sich? Planen Sie, wer von Ihnen welche Rolle einnimmt („Du bist die Verkäuferin, ich bin der Kunde.“). Wer nimmt an der Situation noch teil?

Dieses Konzept können Sie auf unterschiedliche Spielsituationen übertragen. Was ist, wenn die Playmobil-Piraten auf die Schatzinsel kommen? Wie benehmen sich Piraten? Hein hat ein Holzbein und ist immer etwas mürrisch, Pitt will unbedingt den Schatz finden… Oder wenn bei Bibi und Tina ein Pferd ausgebüxt ist? Wie finden Sie das Pferd wieder? Gibt es einen Suchflug auf Kartoffelbrei?

Um die Struktur von Erzählungen mit Ihren Kindern zu erarbeiten, bietet sich auch an, dass Sie Geschichten vorlesen. Kurze Geschichten eignen sich in diesem Fall etwas besser, weil sie in sich abgeschlossen sind und Ihr Kind den Spannungsbogen gut nachvollziehen kann. Sie sind auch leichter in der Nacherzählung („Erzähl mal. Was ist in der Geschichte gerade passiert?“).  Wichtig ist, dass die Kinder ins Erzählen kommen.

Wenn Sie mit dem Spiel fertig sind, lohnt es sich deshalb, das Kind die Handlung noch einmal so erzählen zu lassen, als ob Sie nicht dabei gewesen wären (oder, gerade momentan, zum Beispiel im Telefonat mit Oma und Opa? Beim Skype-Gespräch mit Tante Jasmin? Ihnen fällt garantiert jemand ein, der sich sehr darüber freut, mit dem Kind ein paar Worte zu wechseln).

Zum Abschluss haben wir eine Anregung für Profis im Homeoffice:  Ein umfassender Ansatz zur Förderung der Erzählkompetenz wurde 2017 von Nitza Katz-Bernstein und Anja Schröder mit dem Konzept DO-TINE veröffentlicht. Schauen Sie mal: http://sprachtherapie-aktuell.de/files/e2017-10_Katz-Bernstein_Schroeder.pdf

In diesem Sinne: Erzählen Sie sich etwas Schönes.

Sprachförderung im Alltag

Teil 2: Den Wortschatz fördern

Zunächst machen wir einen kleinen gedanklichen Ausflug dorthin, wo alle sprachlichen Informationen bereitgestellt und gespeichert werden: In unser Gehirn.

Das Gehirn hat für jede Aufgabe eigene Bereiche, die sogenannten Hirnareale. Diese sind miteinander verknüpft. So rufen bestimmte Eindrücke mitunter Erinnerungen hervor: Der Duft von leckerem Essen im Hausflur lässt uns manchmal schon erkennen, das Spaghetti Bolognese auf dem Herd stehen. Der Geruch des Essens ist mit dem Essen selbst verknüpft.

So müssen Sie sich auch die Sache mit dem Wortschatz vorstellen: Die abgespeicherten Wörter sind mit dem konkreten Gegenstand verknüpft. Wenn Sie das Wort „Teller“ lesen, haben Sie im Kopf, wie einer aussieht, sich anfühlt, vielleicht auch, wie schwer er ist und wofür man ihn braucht. Dieses Abbild des Gegenstands in Ihrem Kopf nennen wir fachsprachlich „Repräsentation“ des Begriffs.

Bei der Förderung des Wortschatzes geht es genau darum, diese Repräsentationen aufzubauen. Das gelingt durch häufige Wiederholung der korrekten Zuordnung von Begriff und Gegenstand. Stellen Sie sich vor, Sie räumen mit dem Kind den Geschirrspüler aus. „Stell bitte den Teller in den Schrank. Wo sind die anderen Teller? Genau. Wie viele Teller sind denn da? Hier habe ich noch einen Teller.“ Sie merken, wie oft Sie den Begriff „Teller“ verwenden können. So haben Sie häufige Wiederholungen, die das Kind hört. Den Abruf gestalten Sie, indem Sie z.B. fragen: „Was nimmst du als nächstes?“

Dabei können Sie die Verknüpfungen im Gehirn nutzen: Wir speichern Begriffe in sogenannten „semantischen Feldern“. Im semantischen Feld „Geschirr“ befinden sich z.B. bei dem Teller auch Tassen, Untertassen, Becher und Gläser.

Das gelingt Ihnen aber nicht nur in der Küche: Den Kleiderschrank einräumen ist genauso ein gutes Übungsfeld für Alltagsbegriffe. Und auch beim Spielen mit Lego oder Playmobil haben Sie  vielfältige Möglichkeiten: Seien Sie kreativ! Welche Gegenstände braucht die Lego-Familie, um in den Urlaub zu fahren? Wie heißen die Werkzeuge der Feuerwehr? Was braucht eigentlich ein Ritter?

In diesem Sinne: Viel Spaß!

Hilfeangebote

Die erforderlichen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus fordert uns Alle – manchmal über unsere Grenzen hinaus. Die soziale Distanzierung, andererseits das enge Zusammenleben aufgrund von Schulschließungen und außerfamiliärer Kontaktsperre sind eine Ausnahmesituation für alle Familien.

Wer Hilfe bei der Bewältigung dieser Situation benötigt kann sich an folgende Angebote wenden:

Elterntelefon: Tel. 0800/1110550
Kinder- und Jugendtelefon: Tel. 116111
Telefon-Seelsorge: Tel. 0800/1110111 oder im Chat unter online.telefonseelsorge.de

Bleiben Sie gesund!

April 2020

Unser Kalenderblatt im April zeigt nochmals unseren Sprachheilkindergarten. Einst als „Braunes Haus“ von der AWO übernommen, sieht man nun schon von außen was innen drin steckt. Fröhliches Lachen kommt dem Besucher entgegen – die Bären-, Mäuse- und Eulengruppe mit jeweils 8 Kindern werden in diesem historischen Gebäude betreut und fühlen sich dort pudelwohl.

Wie historisch dieses Gebäude ist, wissen wir leider auch nicht. Leider existieren keine Unterlagen mehr über dieses Haus. Vielleicht können uns die Bad Salzdetfurther Bürger weiterhelfen: Wer kennt dieses Gebäude noch aus der Zeit vor dem Sprachheilzentrum und weiß, wofür es genutzt wurde?

Sprachförderung im Alltag – was Sie jetzt mit Ihren Kindern tun können

Die allgemeine Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen im Rahmen der Corona-Krise macht auch vor dem Sprachheilzentrum Bad Salzdetfurth nicht halt. Die Kinder sind zu Hause. Wir erleben, dass die Eltern ihre Kinder auch in dieser Zeit sprachlich fördern möchten. Häufig stellen sich Eltern jetzt die Frage: Wie können wir die sprachliche Entwicklung unserer Kinder zu Hause unterstützen?

Sie müssen dafür keine Profis sein oder ein Arbeitsblatt nach dem Nächsten aus dem Internet ausdrucken. Wir geben Ihnen einige Anregungen, wie Sie kleine sprachfördernde Einheiten in Ihr Familienleben einbauen können.

 

Teil 1: Das korrektive Feedback

Die wichtigste Technik, mit der Sie im Alltag die Sprachentwicklung Ihres Kindes unterstützen können, ist das korrektive Feedback. Es ermöglicht Ihnen, die Sprache Ihres Kindes zu korrigieren, ohne ein negatives Störungsbewusstsein zu stärken.

Das korrektive Feedback funktioniert, indem Sie die falsch gesprochene Aussage des Kindes aufgreifen und korrekt formulieren bzw. aussprechen. Ob der Fehler in der Aussprache oder in der Grammatik des Kindes liegt, ist dabei egal:

Kind: „Mama, da ein Ball is!“ – Mama: „Ja, das stimmt. Da ist ein Ball.“

Kind: „Papa, da swimmt ein Fis!“ – Papa: „Ja, genau! Da schwimmt ein Fisch.“ Oder auch: „Nein, da schwimmt kein Fisch. Das ist ein Wal!“

Das Kind erfährt die Bestätigung, dass sein Kommunikationsversuch geglückt ist: Sie gehen auf die Äußerung des Kindes inhaltlich ein. Gleichzeitig nutzen Sie die Gelegenheit, den korrekten Satzbau bzw. die richtige Aussprache zurückzumelden, ohne ausdrücklich auf den Fehler hinzuweisen. Manche Kinder greifen dieses Feedback direkt auf, indem sie ihre Äußerung noch einmal richtig aussprechen. Das nennen wir „Reparaturverhalten“. Das ist eine sehr wichtige Fähigkeit zum Überwinden der Sprachentwicklungsprobleme.

Diese Technik erfordert etwas Übung, bis sie in die alltägliche Kommunikation übergeht. Sie wirkt wie alle Techniken und Übungen erst einmal unnatürlich. Daher denken Sie bitte daran: Es geht nicht darum, sich oder Ihr Kind zu frustrieren. Vielmehr können Sie das förderliche Umfeld sein, dass Ihr Kind für Fortschritte in der Sprachentwicklung braucht.

hw/as

Veränderungen 2020

Ganz viel geändert hat sich auf unserem Kalenderblatt für März:

Für die Umgehungsstraße von Bad Salzdetfurth rückte die Kreuzung ca. ab 1996 etwas in Richtung Sprachheilzentrum und die Eisenbahngleise Richtung Kurmittelhaus. Dafür musste ein Teil unseres Therapietraktes abgerissen und die Zufahrt zum Sprachheilkindergarten verlegt werden. Auch einige Wohnhäuser mussten der neuen Kreuzung weichen.

Das ehemalig braune Haus erstrahlt nach der Sanierung vor einigen Jahren in hellen, fröhlichen Farben. Aus Brandschutzgründen ist eine Rettungstreppe angebaut worden. Die Bäume sind nach der Bauphase langsam aber sicher wieder gewachsen und lassen das Sprachheilzentrum direkt am Wald stehen.